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Dein Baby ist die Hebamme

  • 27. Dez. 2022
  • 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 11. Feb. 2023


Dein Baby weiss genau, was es will, kann und zu erwarten hat. Dein Baby ist gerüstet für eine eigene und so individuelle Geburt. Unsere Kinder und wir selbst auch waren und sind im Bauch unserer Mütter, um gesund geboren zu werden. *

Warum sage ich sowas … als Hebamme - Das Baby ist die Hebamme und nicht ICH?

Es kam zu diesem Paradigmenwechsel während meiner Schwangerschaft.

Es war ein langsamer und tiefer Prozess. Gut, dass man 9 Monate Zeit hat.

Da ich die meisten Monate meiner Schwangerschaft auf den Philippinen verbrachte (meine damalige Wahlheimat für 7 Jahre), musste ich mich daran gewöhnen, dass es keine Hebamme gab, welche den gleichen Berufshintergrund hatte wie ich. Dies soll nicht überheblich klingen, doch Hebammen in Deutschland werden wirklich gut ausgebildet und wenn man dann noch Erfahrungen in der außerklinischer Geburtshilfe sammelt, hat man ein sehr breit gefächertes und allumfassendes Wissen. Und eine Hebamme bei der Geburt dabei zu haben, ist nicht nur Recht sondern eben auch ein Segen in Deutschland.

Nun, so eine Hebamme fand ich auf den Philippinen nicht und meine ehemalige Lieblingskollegin aus dem Hamburger Geburtshaus “einfliegen” zu lassen, war auch nicht drin. Deshalb gab es eine Zeit, in der ich mich, trotz wunderbarer Vorbereitung durch meine Hilot (traditionelle Geburtshelferin) mit ihren Massagen, ihrer Liebe und Zuversicht, etwas ängstlich fühlte. Was ist, wenn? Wer passt auf uns auf? Dies war etwa um die 32. Schwangerschaftswoche. Sicherlich ist dies ein ganz normaler Prozess gewesen, welcher die meisten Frauen ereilt. Und das Wichtige ist wohl, nicht den Fokus darauf zu verlieren, dass Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett völlig physiologische, natürliche und “erfolgsorientierte” Vorgänge sind, um es mal etwas “wirtschaftlich” darzustellen. Oder in anderen einfachen Worten: “Nature is not stupid.” Was soviel heisst, wie: “Die Natur is nicht dumm.” *

Aber jetzt muss ich noch etwas ausholen und von einer sehr einschneidenden Erfahrung berichten, welche ich direkt am Anfang der Hebammenausbildung durchleben musste. Wir Hebammenschülerinnen lernten, gegenseitig unsere Becken auszumessen (etwas, was ich nun völlig als alte Schule und schädlich erachte, weil man so nur die knöcherne Struktur des Beckens außen messen kann und deshalb völlig falsche Schlussfolgerungen ziehen könnte). Die Lehrerin sagte doch tatsächlich zu mir, dass ich mit meinen Beckenmassen ein Kaiserschnittkandidat sei. Ich war geschockt…war voller Selbstzweifel und dies bis zu dem Moment als ich Laya´s Köpfchen in meiner Hand spüren konnte (etwa 12 Jahre später also). Tatsächlich bis einige Minuten vor seiner Geburt. Mit diesem Gedanken, ein zu kleines Becken zu haben und keine natürliche Geburt haben zu können, lief ich also auch in meiner Schwangerschaft umher. Also, einiges an Zweifeln waren da im Raum.

Doch dann geschah der Paradigmenwechsel, welcher auch meine Ängste beseitigte. In einer Meditation, die sich Innerdance nannte und welche ich auch als "InnerWomb" anbiete, wurde mir auf einmal völlig klar, dass LAYA DIE HEBAMME ist. In dieser geleiteten Trance sprach mein Sohn zu mir. Er machte mir eindeutig klar, dass es SEINE Geburt ist, dass er gesund und munter auf diese Welt kommen wird und er eigentlich nicht viel mehr bräuchte als mein Vertrauen zu ihm und in mich. Ich solle mich entspannen und verstehen lernen, dass ich als Mutter die Pforte sei, durch welche er hier auf diese Erde kommen wird. Er wird leiten und führen und ich könne mich auf ihn verlassen. Und der Weg, den ich bis dahin für die Geburt entschieden hatte, sei absolut richtig, da ich dabei sehr auf meine Intuition gesetzt hatte.

Diese Erkenntnis war so wichtig für mich, alles machte Sinn. Ich konnte mich entspannen und energetisch zurücklehnen. Da war nicht viel, was ich hätte machen müssen, sollen und wollen.

Der Geburtsort am Strand war gewählt. Laya hatte ihn ausgesucht (Lese dazu meinen Blogartikel “Konzeption und wie Laya zu uns kam”). Das Geburtsteam ergab sich organisch. Freunde boten sich an, kamen sogar von anderen Inseln geflogen, um uns zu unterstützen. Meine Doula flog aus Bali ein. Wie wunderbar.

Ich schwamm täglich im Meer, war physisch sehr fit und bereit, ernährte mich gesund und befreite mich immer mehr von meinen Ängsten.

Und am Ende war alles gut. Die Geburt verlief ohne Komplikationen - und zwar deshalb, weil keine “deutsche Hebamme” außer ich selbst im Raum war. Mir war klar, ich hatte hyperfrequente Wehen, die sich darin äußerten, dass ab der ersten Wehe kaum Zeit war zum Verschnaufen. Für 7 Stunden hatte ich alle 1-2 Minuten Wehen. Das bedeutete, dass meine Pausen teilweise nur 20 Sekunden lang waren. Als die Fruchtblase platzte, sah ich grünes Fruchtwasser. Laya hatte Anzeichen von Stress. Völlig klar bei einer so stürmischen Geburt, doch oft wird dies eben auch falsch eingeschätzt und verbreitet womöglich Angst im Kreißsaal. Ich hatte auch sehr frühen Pressdrang, den man sicher als Fehleinstellung des Köpfchens hätte deuten können. Diese drei Aspekte hätten eventuell eine “deutsche” Hebamme dazu verleitet, die Geburt im Krankenhaus fortzuführen und der Kaiserschnitt wäre dort zu einer sehr reellen Option geworden. Doch das Gute war, dass ich mich dieser Auseinandersetzung gar nicht stellen musste. Nur ICH hatte dieses Bewusstsein. Mein Geburtsteam zweifelte keinen Augenblick an mir und Laya. Und deshalb konnte ich mich in Ruhe dieser Geburt hingeben und “meinen Job tun”, Wehe für Wehe zu veratmen und mich in der Pause bestmöglich zu entspannen. Mein Team half mir sehr dabei (Bitte lese meinen Blogartikel über Laya´s Geburt). Und ja, als der Moment kam, als ich Laya´s Kopf ganz tief im Becken spürte und wusste, ich bin fähig natürlich zu gebären, da entwickelte ich so viel Kraft. Von diesen tiefen Zweifeln wusste niemand, nur ich schlug mich damit rum. Und es war auch gut so. Denn, wie gesagt, niemand zweifelte an meiner Fähigkeit, natürlich gebären zu können.

Und Laya wurde natürlich geboren, im Pool kam er aus mir herausgestürmt und war fit und munter wie erwartet. Natürlich war ich völlig überwältigt und konnte kaum glauben, welchen Kraftakt wir beide hinter uns hatten.

Einige Tage später traf ich mich noch einmal mit meinem engeren Geburtsteam und konnte zum ersten Mal formulieren, was mir während der Geburt blitzartig und in Fragmenten durch den Kopf ging - Kaiserschnitt wegen hyperfrequenten Wehen und Fehleinstellung des Köpfchens bei zu engem Becken und daraus resultierendem kindlichem Stress mit grünem Fruchtwasser. Wahnsinn, oder? Doch das Vertrauen in meinen Sohn und die Gewissheit, dass er in diesem Haus am Strand von Palawan geboren werden würde, weil er es sich so ausgesucht hatte, waren stärker als jeder Zweifel. Ich gab mich dem Geburtsgeschehen vollends hin und wurde mit einer wunderschönen Geburt in Gemeinschaft belohnt. Laya wurde empfangen in Liebe und Achtung.


Damit möchte ich abschliessend sagen, dass es unendlich wichtig ist, auf Dein Kind zu hören, in Dich zu gehen, Dein Herz zu öffnen und herauszufinden, was Dein Baby möchte. Mit dieser Kraft kann man auch durch, von außen betrachtete, schwierige Geburten gehen, ohne, dass (viele) Interventionen nötig sind. Frage immer nach dem “Ist das jetzt wirklich nötig, Herr Doktor?” Und Du wirst sehen, in vielen Fällen ist es das nicht.

Ich hoffe wirklich sehr, dass diese Geschichte einen positiven Effekt auf Dich hat. Was immer auch in Deinem Leben gerade geschieht. Vergiss bitte nicht, dass es Dinge gibt, die man sich mit dem rationalen Menschenverstand nicht erklären kann. Doch sie sind trotzdem da. Und wenn wir uns darauf einlassen, dann können wir sie bestimmt auch wahrnehmen und uns leiten lassen.


*Damit möchte ich nicht negieren, dass es Geburten mit Komplikationen gibt und manche auch tragisch enden können. Doch lass uns hier auf das Positive fokussieren.


Wenn Du mehr über meine Arbeit und Angebote erfahren möchtest, dann schaue Dich doch einfach mal auf meiner Homepage um oder vereinbare ein kostenloses 30 minütiges Kennenlerntelefonat mit mir unter yourmidwifehour@gmail.com.

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