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Massagen und Berührung in der Schwangerschaft - ein Plädoyer

  • 27. Dez. 2022
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 17. Feb. 2023


Klingt das nicht toll? Ich denke schon. Bist Du schwanger und sehnst Dich nach einer richtig schönen wohltuenden Massage? Dem steht in den allermeisten Fällen wirklich gar nichts im Wege, auch wenn manche KörpertherapeutInnen von Massagen in der Schwangerschaft absehen. Dies hat natürlich viel mit Haftung etc. zu tun und ich kann dies auch verstehen. Doch ich möchte mit diesem kurzen Artikel die Ängste nehmen, dass durch Massagen frühzeitige Wehen ausgelöst werden könnten. Dafür sollten wir erst einmal verstehen, wie Geburt in den allermeisten Fällen beginnt. Es ist ein komplexer Vorgang, der höchstwahrscheinlich durch ein Signal des Babys ausgelöst wird. Dabei spielt auch die sogenannte Lungenreife des Kindes eine wichtige Rolle. Nach Ausreifung der Lungen um die 34. Schwangerschaftswoche, bildet das Kind bestimmte Botenstoffe, die den Körper der Frau langsam auf die Geburt vorbereiten. Es werden Rezeptoren für wichtige Geburtshormone wie Prostaglandin im Muttermundsgewebe und Oxytocin in der Gebärmuttermuskulatur gebildet, welche dazu beitragen, dass bei ausreichendem Vorhandensein dieser Hormone, also bei Geburtsbeginn, effektive Wehen einsetzen und sich der Muttermund öffnet. Und natürlich spielen noch weitaus mehr Faktoren eine Rolle. Fakt ist aber, dass Frühgeburtlichkeit in den allermeisten Fällen durch Infektionen ausgelöst wird. So ist die routinemäßige vaginale Untersuchung durch den Frauenarzt weitaus mehr als Auslöser für Infektionen und somit vorzeitigen Blasensprung und eventuelle Frühgeburt anzuerkennen, als eine Massage es je sein könnte. Ich muss an dieser Stelle unbedingt betonen, dass es keinerlei Evidenz basierte Studien darüber gibt, dass routinemäßige und grundlose vaginale Untersuchungen irgendeinen Sinn haben. Ich würde es an Deiner Stelle auch IMMER ablehnen, wenn es keinen driftigen Grund gibt.

Und nun zurück zu Massagen. Es schadet einer schwangeren Frau, welche kein Frühgeburtsrisiko hat, zum Beispiel vaginale Blutungen, frühzeitige Wehen mit Muttermundsöffnung, frühzeitiger Blasensprung oder Plazentainsuffizienz, nicht, sich ihren angespannten Rücken massieren zu lassen. Ab Schwangerschaftswoche 32 bekam ich von meiner philippinischen Geburtshelferin wöchentlich Massagen, welche ich auf der Seite oder dem Rücken absolvierte. Es tat mir unheimlich gut, dass sie meine Beine und Füsse massierte, da ich oft Krämpfe hatte. Ausserdem massierte sie mir das Gesicht, den Rücken und die Arme. Ich empfand auch die Massage des Beckenrings als äußerst angenehm. Zwar konnte ich spüren, dass ich anfangs dolle verspannt war, doch mit der Zeit fühlte sich ihre Massage als sehr gute Geburtsvorbereitung an. Auch mein Babybauch wurde nicht ausgelassen, denn Laya war ja bereits Teil unserer Gemeinschaft. Sie streichelte den Bauch oder bewegte den kleinen Mann in eine gute Position (oft schob sie ihn wieder etwas aus dem Becken raus, was mir viel Erleichterung im unteren Rücken gab). Ich konnte ihr und ihren sanften und wissenden Händen vertrauen und mich für etwa 2 Stunden wöchentlich fallen lassen. Diese Entspannung war so gewinnbringend. Sie kannte meinen Körper und mein Becken sehr gut, was uns sehr half während der Geburt. Denn auch da waren ihre Handgriffe gefragt. Und nicht zu knapp. Vielleicht war es, dass ich mich bereits so an Berührung und Massage gewöhnt hatte, dass jene mir während der Geburt unabdingbar vorkamen und wirklich sehr halfen.

Auch nach der Geburt war Nanay (Mutter, wie wir unsere Hilot und Freundin respektvoll und liebevoll nannten) für mich da und massierte meinen Bauch und Rücken, brachte die Gebärmutterrückbildung und den Milchfluss in Gange. Bei Körperlicher Berührung schütten wir Oxytocin aus, das Liebes- und Kuschelhormon und wir sollten uns das besonders auch in der oft anstrengenden Wochenbettzeit nicht nehmen lassen.

Ich selbst liebe es, den Wöchnerinnen den Bauch zu massieren und auch eine wohltuende Nacken- und Schultermassage kann ab und zu mal vorkommen.

Während der Geburt spielt Massage, Nähe & Berührung natürlich eine unendliche wichtige Rolle. Dazu lese auch gerne meinen Blogartikel "Helfende Hände - Laya´s Geburt am Strand" https://www.yourmidwifehour.com/de/post/helfende-h%C3%A4nde-laya-s-geburt-am-strand

Doch wer kann Dich nun massieren? Frag Deinen Partner, eine Freundin, einen bekannten Masseur oder besorge Dir einen Massagesessel oder andere elektronische Massagegeräte. Tu es für Dich und Dein Baby. Hab keine Sorge. Dinge, die uns in der Schwangerschaft gut tun, sind sehr sehr selten ein Fehler. Auch Sauna ist etwas, was ich nur empfehlen kann, falls Du vor der Schwangerschaft bereits problemlos in die Sauna gehen konntest.

Nun viel Spass beim Massieren und Geniessen und wenn Du mehr erfahren möchtest über mich und meine Onlineangebote, dann schau´dich doch mal auf meiner Homepage um.


Unter youmidwifehour@gmail.com kannst Du auch ein kostenloses Kennenlerntelefonat mit mir vereinbaren.

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